Geigenbau

Geigenbau bedeutet  Materie  so zu formen, dass sie Klangkörper wird. Klang steht an der Grenze des Materiellen. Die Quantenphysik hat gezeigt, dass Materie, wenn wir sie immer weiter aufspalten, nicht aus immer kleinerer Materie aufgebaut ist, sondern durch Klang strukturiert wird. Ich glaube, Klang kann die Grenze des Materiellen erlebbar  machen.


Wenn ich ein Musikinstrument baue, so geht dem Bauprozess eine Klangprojektion voraus. Schon zu Beginn, wenn ich den Umriss zeichne, das Holz anschaue oder überhaupt an ein Instrument denke, entsteht in mir ein Vorgefühl des Klangs, den das Instrument einmal haben wird. Dieses Vorgefühl nenne ich Klangprojektion.
Alles, was ich konzipiere, umsetze und bildhauerisch an dem entstehenden Instrument verändere, erzeugt in mir ein Vorgefühl der klanglichen Auswirkung und verändert somit auch diese Klangprojektion. Gleichzeitig forme ich das Instrument in die von mir projizierte Richtung. So entwickelt sich das eigentliche Instrument in Zwiesprache mit dem bereits Geschaffenen erst während des Bauprozesses, wobei dem Entstehungsprozess Klangprojektion voraus geht, die meine Arbeit auf ihr Ziel ausrichtet.
Es ist möglich, ein Bewusstsein zu erlangen, in dem man erfährt, dass alles was ist, in dem eigenen Sinnessystem eine Reaktion auslöst und ich das Außen in mir selber wahrnehmen und erkunden kann. So werde ich selber zu einem Messinstrument, über das ich den Fortgang meiner Arbeit bestimme.

 

 

  • Cello Peter Hrr
  • Gofriller Schnecke
  • Gofriller
  • Mattheo Gofriller
  • Rosette
  • Wirbel